Weihrauch

Was ist Weihrauch

Weihrauch ist eine Baumpflanze, auch als Olibanum bezeichnet, die in Wüsten und Halbwüsten bei heißem Klima wächst, schon seit Jahrtausenden bekannt ist und als sehr wertvoll gilt. Der botanische Name der Pflanze ist „Boswellia“. Sie gilt als eine alte Heilpflanze und wurde zu früheren Zeiten vielfach von Ärzten und Apothekern zu therapeutischen Zwecken genutzt. Dein Weihrauchbaum wächst zwischen sieben bis fünfzehn Metern hoch und das Harz der Weihrauchbäume ist das Besondere und Wertvolle der Pflanze. Die Blütezeit ist Ende März bis Mitte April, dann wird der Weihrauchharz geerntet, wobei die Ernte des Weihrauchharzes mehrere Monate dauert. Der Harz wird vorsichtig durch tiefe Schnitte in die Rinde des Baumes gewonnen, an der Luft getrocknet und zur Nutzung weiterverarbeitet. Das Harz hat eine weißlich-gelbe Farbe und wird in kleinen Kügelchen verkauft. Auch heute noch spielt Weihrauch bei der Beräucherung, vor allem bei vielen Bräuchen zur Weihnachtszeit oder in der katholischen Kirche, eine große Rolle. Der Begriff Weihrauch kommt aus dem althochdeutschen "wī(h)rouch" und bedeutet "heiliger Rauch".

Herkunft und Arten von Weihrauch

Das Vorkommen des Weihrauchs reicht von Afrika über Arabien und Indien und man findet ihn vorrangig in schwer zugänglichen Wüstengegenden, an Bäumen oder Sträuchern wild wachsend. An den Küsten des Roten Meeres in Ägypten, Sudan, Saudi-Arabien, in den Ländern am Horn von Afrika in Äthiopien, Eritrea, Somalia, auf der arabischen Halbinsel im Oman und Jemen und auch in Indien, findet man ihn. Weihrauchbäume brauchen steinige und trockene Böden zum Gedeihen und sie bilden Blütentrauben aus. Man unterscheidet 25 verschiedene Arten von Weihrauchbäumen. Wobei von ihnen nur vier bestimmte Arten zur Weihrauchgewinnung genutzt werden. Diese sind die „Boswellia sacra“, die am weitesten verbreitete Sorte aus Süd-Arabien, die „Boswellia frereana“, eine sehr weiche Weihrauchsorte aus Somalia, die „Boswellia papyrifera“ aus Äthiopien und die „Boswellia serrate“ aus Indien. Jede Baumart weist ganz eigene und individuelle Inhaltsstoffe auf, was vor allem daran liegt, dass es unterschiedliche Verbreitungsgebiete der Weihrauchpflanzen gibt und diese unterschiedliche Standortbedingungen haben. Die Inhaltsstoffe der unterschiedlichen Arten werden auch für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Die in Indien verbreitete „Boswellia serrata“ ist beispielsweise die einzige, deren Harz zu therapeutischen Zwecken in der Medizin eingesetzt wird und zu einem Arzneiprodukt weiterverarbeitet werden kann. Jede Weihrauchart hat außerdem ihren eigenen Geruch beim Räuchern.


Inhaltsstoffe und die Wirkung des Weihrauchs

Zu den Inhaltsstoffen von Weihrauchharz gehören neben den Harzsäuren (30%), Schleimstoffen (Einfachzucker und Mehrfachzucker 15-20%) und den Neutralbestandteilen 30%), die ätherischen Öle (7-10%). Die Neutralbestandteile und die Harzsäuren machen zusammen die Hälfte der Inhaltsstoffe aus, enthalten die bedeutenden Wirkstoffe und können extrahiert werden. Je höher der Anteil an Neutralbestandteilen in der Pflanze, desto mehr kann von ihr extrahiert werden. Durch die Neutralbestandteile ergeben sich der typische Geruch und die klebrige Konsistenz des Weihrauchharzes. Weihrauch wird auch als Duftöl bezeichnet, denn der charakteristische Geruch des Weihrauchs beim Räuchern, entsteht durch die in ihm enthaltenen ätherischen Öle. Aus diesem Grund ist der Weihrauch für die Räucherung und auch in der Parfümindustrie von großer Bedeutung. Zum Räuchern von Weihrauch ist jedoch nur das ätherische Öl von Bedeutung. Das Räuchern mit Weihrauch hat insbesondere eine beruhigende Wirkung auf den Geist und findet daher auch in der Aromatherapie Anwendung. So kann durch das Räuchern mit Weihrauch das seelische Gleichgewicht wiederhergestellt werden, die Stimmung hellt sich auf und Nervosität legt sich. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannend und krampflösend. Sie gelten als desinfizierend und antibakteriell. Die Harzsäuren hemmen die Leukotrienbildung, welche für allergische und entzündliche Reaktionen im Körper verantwortlich ist. Weiterhin hat die Säue eine schmerzlindernde Wirkung.

Verwendung von Weihrauch

Dem Weihrauch wird nachgesagt, dass er bereits seit 3500 vor Christus in den verschiedensten Bereichen Anwendung findet. Vor allem zum Räuchern und in der Kosmetik- und Parfümindustrie wird er mit Vorliebe verwendet. Auch zu medizinischen Zwecken wird er, beispielsweise in kapsel- oder pulverform, in Apotheken, für verschiedene Leiden, angeboten. Daneben ist Weihrauch auch als Bestandteil in Globulis, Tropfen, Cremes, Gelen und Ölen erhältlich. In den Herkunftsländern wird er von den Einheimischen auch als Kaugummi verwendet. In der traditionellen chinesischen Medizin und dem indischen Ayurveda wird er bis heute zu Therapiezwecken genutzt, so beispielsweise bei Rheuma und Arthritis, Leberleiden oder auch bei Tumoren. Eine der Weihrauchbaumarten weist einen zitronigen Geruch auf und wird daher in kosmetischen Produkten verwendet. Außerdem wurde bei dieser Art ein spezieller Inhaltsstoff nachgewiesen, dem entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt werden. Als Schnittstelle zwischen Medizin und Kosmetik kann Weihrauch in kosmetischen Produkten auch bei Hauterkrankungen, wie Neurodermitis, eingesetzt werden. Weiterhin wird er bei Reinigungsritualen und Gebeten eingesetzt. Um die aromatischen Duftöle des Weihrauchs zu genießen, kann er in Duftlampen und Zimmerbrunnen verwendet werden.

Räuchern mit Weihrauch

Schon immer wurden Pflanzenstoffe verräuchert, um zu reinigen, Krankheiten zu beseitigen oder um eine Verbindung mit dem Göttlichen herzustellen. Von der Antike über das alte Ägypten, die Germanen, das Inkareich oder die indianische Kultur gehörte das Räuchern zum alltäglichen Leben. Das therapeutische Räuchern spielte in der alten Medizin eine große Rolle und so wurden Räuchermischungen, in denen auch Weihrauch verwendet wurde, zu therapeutischen Zwecken früher von Apothekern und Ärzten hergestellt. Vor allem bei der Behandlung von Entzündungen und Nervenleiden wurde Weihrauch im früheren Orient eingesetzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Weihrauch bis heute beispielsweise für die Behandlung von Erkältungskrankheiten und Hauterkrankungen verwendet. Räuchern mit Weihrauch hat somit eine starke Wirkung auf Körper und Geist. Schon die Pharaonen im alten Ägypten räucherten mit Weihrauch. Auch in Griechenland und im antiken Rom wurde mit Weihrauch geräuchert. Alle bedienten sich des Weihrauchs zu religiösen, zeremoniellen oder lebenspraktischen Zwecken. So wird er auch noch heute als Räucherwerk genutzt. Nicht nur schlechte Gerüche, sondern vor allem negative Energien können mit Weihrauch beseitigt werden. Weihrauch stärkt den Geist und die Psyche. Räuchern mit Weihrauch kann für Reinigungsrituale genutzt werden. Will man sich oder andere von belastenden Energien befreien und Aura und Chakren reinigen und energetisieren, kann die Beräucherung mit Weihrauch dafür genutzt werden. Auch das energetische Reinigen von Räumen in Häusern und Wohnungen gelingt mit Weihrauch. Es sollte darauf geachtet werden, Weihrauch nur auf einer glimmenden Räucherkohle und in geeigneten, feuerfesten Gefäßen zu verräuchern. Mit Kohle werden hohe Temperaturen erreicht, sonst könnten eventuell schädliche Stoffe entstehen. Als bester Weihrauch der Welt gilt das Olibanumharz aus dem Oman. Weiterhin von hoher Qualität sind der Aden-Weihrauch, der Maidi-Weihrauch, Olibanum eritrea und der Indische Weihrauch. Alle Arten eignen sich sehr gut zum Räuchern. Für gesundheitliche Aspekte werden vorrangig die besseren Qualitäten von Oman-Weihrauch sowie der Indische Weihrauch empfohlen.

Weihrauchmischung - Rauch für die Sinnlichkeit

Für Weihrauch als Räucherwerk gibt es viele unterschiedliche Mischungen zu kaufen. Diese enthalten neben dem Weihrauch meist zusätzliche Duftöle wie zum Beispiel Myrrhe, Copal, Zistrose, weitere ätherischen Öle und Blüten. Die Rauchmischungen werden dann in speziellen kleinen Räuchertöpfchen verbrannt. Eine weitere Möglichkeit mit Weihrauch zu räuchern, sind Räucherstäbchen und -kegel. Als Zusatz, passend zum Weihrauch: besonders gut eigent sich Sandelholz, Patschuli, Myrrhe, Nelke, Iriswurzel, Bergamotte,  Majoran Kreuzkümmel, Rosmarin und Lavendel. Für eine besonders sinnliche und anregende Duftmischung können folgende Stoffe zusammen geräuchert werden: 6  TL Olibanum, 3 TL Sandelholz, 3 TL Zimt, 1 1/2 TL Iriswurzel, geschnitten, 3 TL Rosen, 1 1/2 TL Moschus, 1 1/2 TL Jasminblüten. Die Zutaten werden vermischt, grob zermahlen und zu einer Paste verknetet, von welcher dann ein Teil in einem geeigneten Gefäß oder auf Räucherkohle, verräuchert wird und für eine sinnliche Atmosphäre sorgt.