15. August - Tag der Kräuter

In vielen ländlichen Gebieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, besonders aber im alpenländischen Raum ist an diesem besonderen Tag „Kräuterboschenweihe“.  Vielerorts werden die Kräuterbündel auch mit einem Kräuterfest, oder auch Kräuter- und Kunsthandwerkermärkten  gefeiert. Dieser Brauch ist seit ca. 20 Jahren immer mehr am aufleben, nach dem er in den „Wirtschaftsjahren“ leider etwas in Vergessenheit geriet. 

Die Menschen binden sich ihren Buschen, oder so wie bei uns im Dort üblich, einige Frauen treffen sich am Abend vor Maria Himmelfahrt und binden zusammen die Büschel. Dabei werden die Kräuter Häufchenweise auf einem langen Tisch ausgelegt.  Nun geht jeder in gleicher Richtung reium und nimmt sich Kraut für Kraut. Nach jeder Runde ist ein Boschen fertig.  Ich liebe den Geruch der Hände nach dem Binden, einfach herrlich.

Am Tag darauf, an Maria Himmelfahrt werden die Bündel dann im Gottesdienst geweiht und danach verkauft, der Erlös wird einem guten Zweck gespendet.

Welche Kräuter kommen in die Bündel?

In der Regel eine Auswahl an heimischen Kräutern und Blumen aus Wald, Wiese und dem Garten.  Die Anzahl der Pflanzen ist von Region zu Region unterschiedlich, meistens wird aber die Zahl Sieben, Neun, Vierzehn und Achtzehn überliefert. Meiner Meinung nach ist die Anzahl nicht so wichtig, vielmehr geht es doch darum, dass alte Heilkräuter wieder in das Bewusstsein der Menschen kommen, und durch Maria Himmelfahrt finden viele Kräuterboschen ihren Weg in Haushalte die sonst nicht hinein gelangt wären um dort ihre Energie zu entfalten.

In früheren Zeiten wurden die Bündel benutzt um z.B. bei Krankheit etwas davon zu einem Tee zu kochen, oder bei Gewitter einen kleinen Teil zu verbrennen oder zu räuchern, meist ein Stück der Königskerze um Haus und Hof vor dem Blitz zu schützen. Deshalb ist noch Heute die Königskerze mit eine der wichtigsten Kräuter im Bündel, ihre lange Blüte wird in der Mitte platziert, während die anderen rundherum gebündelt sind.

Aufgehängt kann der Boschen überall in Haus oder Stall werden, meist bekommt er aber einen besonderen Platz. Früher im Alpenländischen Gebiet gehörte er in den Herrgottswinkel des Hauses (daran ist mal wieder zu sehen wie alte Germanische Bräuche von der Kirche übernommen oder verschluckt wurden), heutzutage habe ich das Bündel schon oft schön Platziert an der Vorhangstange in Küche oder Wohnzimmer gesehen, oder auch in der Nähe der Haustüre.Vielleicht wird er auch von Haus zu Haus intuitiv an der richtigen Stelle aufgehängt um negative Energien fern zu halten.

Alles in Allem ist der 15. August ein besonderer Tag, an dem wir auch dazu aufgerufen werden uns wieder Bewusst zu machen worauf wir Leben und  Mutter Natur dafür zu Danken dass sie immer für uns Sorgt und für alles ein Kraut wachsen lässt.

Eure

Barbara Martin